Wie der Innere Kompass bei ADHS wirklich helfen kann

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das schon einige Jahre zurückliegt. Ein Unternehmer, Mitte vierzig, sass mir gegenüber und sagte: «Ich habe letzte Woche erfahren, dass ich ADHS habe. Mein Arzt meinte, ich sollte das behandeln lassen.» Er schaute mich an, als wartete er auf eine Reaktion der Bestätigung. Ich habe eine Weile nichts gesagt. Dann fragte ich: «Was hat sich in deinem Leben durch diese Diagnose verändert?» Er überlegte. «Eigentlich nichts», sagte er. «Ich bin immer noch derselbe. Ich weiss jetzt nur, wie das heisst, was ich schon immer war.»
Das ist der Satz, um den es in diesem Artikel geht.
ADHS ist keine Krankheit — es ist eine andere Art, die Welt zu verarbeiten

Über den Unterschied zwischen Rat geben und Klarheit ermöglichen

Du sitzt in einer Coaching-Session und merkst: Der Coach redet mehr als du. Er erklärt, interpretiert, gibt Tipps. Du nickst, schreibst mit, fühlst dich gut beraten. Und am Ende hast du eine Liste von Dingen, die du tun solltest — aber kein einziges Mal wurdest du wirklich gefragt, was du willst.
Das ist keine seltene Erfahrung. Es ist die Norm geworden.

Abhängig von Anerkennung: Was hinter der Aussenorientierung steckt

Du sagst dir, dass es dir egal ist, was andere über dich denken. Vielleicht glaubst du das sogar. Und dann kommt ein Kommentar — ein kritisches Wort in einem Meeting, eine ausbleibende Rückmeldung, ein Blick der falsch interpretiert werden könnte — und du merkst: Es ist dir nicht egal. Überhaupt nicht.