Lebensbilanz: Warum Präsenz mehr zählt als Leistung

Im Wartezimmer, während sein Vater operiert wird, beginnt er zu überlegen, was er eigentlich hinterlassen würde, wenn es ihn selbst treffen würde. Nicht das Testament, das ist längst geregelt. Sondern die Frage, was jemand über ihn sagen würde, der ihn wirklich kannte. Automatisch kommen ihm die Dinge in den Sinn, auf die er stolz ist: die Firma, die er aufgebaut hat, die Position, die er erreicht hat, die Zahlen, die stimmen. Dann merkt er, dass keiner dieser Punkte in dem Satz vorkommen würde, den er sich eigentlich wünschen würde, dass er da war, wenn es zählte.

Identität nach der Pensionierung: Wer bin ich ohne Rolle?

Am ersten Montag nach der Pensionierung wacht er wie immer um sechs auf. Er liegt eine Weile da, bevor ihm einfällt, dass er nirgendwo hin muss. Kein Meeting, keine Mitarbeitenden, die auf eine Entscheidung warten, kein Kalender, der den Tag strukturiert. Er hat sich auf diesen Moment gefreut, jahrelang. Jetzt sitzt er am Küchentisch mit einem Kaffee und merkt, wie unangenehm still es ist. Nicht weil ihm etwas zu tun fehlt, er hat genug Projekte, Reisen, Pläne. Sondern weil zum ersten Mal seit dreissig Jahren niemand mehr fragt, was er von etwas hält, oder auf seine Entscheidung wartet. Er merkt, wie viel von dem, was er für seine Persönlichkeit gehalten hat, eigentlich seine Funktion war.

Aufgeschobene Entscheidungen und die Zeit, die knapp wird

Jemand fragt dich, wie es dir geht. Eine harmlose Frage, im Vorbeigehen gestellt, zwischen Tür und Angel, im Lift, am Rand einer Sitzung. Du antwortest, bevor du überhaupt darüber nachdenkst: „Gut, danke, viel los, aber gut.“ Der Satz ist so oft gefallen, dass er sich von selbst sagt. Dein Gegenüber nickt, zufrieden mit der Antwort, und das Gespräch geht weiter. Niemand hat gelogen, würde man meinen. Und doch weisst du in dem Moment, in dem du die Worte aussprichst, ganz genau: Das stimmt nicht. Nicht ganz. Vielleicht nicht einmal annähernd.

Kontrolle abgeben: Warum Nähe Verletzlichkeit braucht

Jemand fragt dich, wie es dir geht. Eine harmlose Frage, im Vorbeigehen gestellt, zwischen Tür und Angel, im Lift, am Rand einer Sitzung. Du antwortest, bevor du überhaupt darüber nachdenkst: „Gut, danke, viel los, aber gut.“ Der Satz ist so oft gefallen, dass er sich von selbst sagt. Dein Gegenüber nickt, zufrieden mit der Antwort, und das Gespräch geht weiter. Niemand hat gelogen, würde man meinen. Und doch weisst du in dem Moment, in dem du die Worte aussprichst, ganz genau: Das stimmt nicht. Nicht ganz. Vielleicht nicht einmal annähernd.

Nähe in der Beziehung: Wenn Funktionieren sie ersetzt

Jemand fragt dich, wie es dir geht. Eine harmlose Frage, im Vorbeigehen gestellt, zwischen Tür und Angel, im Lift, am Rand einer Sitzung. Du antwortest, bevor du überhaupt darüber nachdenkst: „Gut, danke, viel los, aber gut.“ Der Satz ist so oft gefallen, dass er sich von selbst sagt. Dein Gegenüber nickt, zufrieden mit der Antwort, und das Gespräch geht weiter. Niemand hat gelogen, würde man meinen. Und doch weisst du in dem Moment, in dem du die Worte aussprichst, ganz genau: Das stimmt nicht. Nicht ganz. Vielleicht nicht einmal annähernd.