Über die Energie, die das Verbergen kostet
Phase: Innere Orientierung
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Es ist kein Moment der Krise. Keine Kündigung, kein Rauswurf, kein Zusammenbruch. Es ist einfach ein Gedanke, der immer öfter kommt: Ich weiss nicht mehr, ob ich das noch will. Nicht dramatisch formuliert, nicht mit Ausrufezeichen. Eher beiläufig, wie eine Frage, die man sich selbst stellt und dann schnell wieder weglegt, weil sie keine bequeme Antwort hat.
Und dann kommt sie wieder. Beim dritten Meeting des Tages. Am Sonntagabend, wenn die Woche vor dir liegt. Wenn jemand fragt «und, wie läuft’s?» und du antwortest «gut, danke» – und dabei merkst, dass du nicht wirklich weisst, ob das stimmt.
Was du dir sagst, ist: Das ist eine Phase. Jeder hat solche Momente. Das geht vorbei, wenn die Situation besser wird, wenn das Projekt endet, wenn sich etwas verändert. Du wartests auf den Auslöser, der den Zweifel erklärt – und damit handhabbar macht.
Was du dir nicht sagst – weil es die ganze Situation in einem anderen Licht erscheinen lässt – ist das: Was, wenn der Zweifel kein Symptom ist, das einen äusseren Grund hat? Was, wenn er einfach stimmt? Was, wenn «ich weiss nicht mehr, ob ich das noch will» keine Frage ist, die auf eine bessere Woche wartet – sondern eine Frage, die eine ehrliche Antwort braucht?
Wollen verändert sich. Das klingt selbstverständlich, und trotzdem überrascht es viele Menschen, wenn es passiert. Man hat sich für etwas entschieden – eine Stelle, eine Richtung, eine Rolle – und war damals überzeugt. Und dann, irgendwann, ist man es nicht mehr. Nicht weil die Entscheidung falsch war. Sondern weil man ein anderer Mensch geworden ist, als man ihn kannte, als man sie traf.
Das Problem ist: Die Umgebung hat sich nicht verändert. Die Erwartungen anderer auch nicht. Was sich verändert hat, bist du – aber das zeigt sich nicht im Lebenslauf, nicht im Titel, nicht in den Zahlen. Es zeigt sich in diesem Gedanken, der immer öfter kommt. Und in der Tatsache, dass du ihn immer öfter weglegen musst.
Ich erinnere mich an einen Klienten, der diesen Satz fast wortgleich sagte: «Ich weiss nicht mehr, ob ich das noch will.» Und dann, gleich danach: «Aber ich weiss auch nicht, was ich stattdessen wollen würde.» Das ist die eigentliche Schwierigkeit – nicht der Zweifel selbst, sondern die Leere, die auftaucht, wenn man ihn wirklich ernst nimmt. Denn wenn man nicht weiss, was man stattdessen will, dann ist es einfacher, das Bestehende weiterzumachen und den Zweifel zu ignorieren.
Zweifel als InformationZweifel, der immer wieder auftaucht, ist kein Zeichen von Schwäche oder Undankbarkeit. Er ist Information. Er sagt: Da ist etwas, das nicht mehr stimmt – und das verdient Aufmerksamkeit, nicht Verdrängung. |
Ablenken hilft nicht – der Zweifel kommt trotzdem wieder, nur ausgeruhter. Überarbeiten hilft auch nicht – Beschäftigung ist nicht dasselbe wie Richtung. Und das Gespräch mit Menschen, die sagen
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